1, 2, 3 – und schon bin ich frei!

Immer wieder wiederholten die Erstklässler der Karl-Bühler-Schule diesen und noch andere Reime, übten in Rollenspielen das richtige Verhalten in möglichen Gefahrensituationen. Wie verhalte ich mich, wenn ich von einer fremden Person festgehalten werde? Konkrete Handlungsmuster wurden den Schülerinnen und Schülern der Klassen 1a, 2a und 3a von Herrn Mörixbauer vom Sicherheitszentrum Waghäusel vermittelt. Wird man am Arm festgehalten, darf man beißen. Wird man am Schulranzen festgehalten, soll man den Schulranzen „abwerfen“ und einfach wegrennen, denn dieser kann ersetzt werden. In zwei Doppelstunden lernten die Kinder vier Grundregeln, um in Gefahrensituationen „selbstbewusst, sicher und stark“ auftreten zu können.

Dieser SESISTA- Kurs war durch das Engagement der Elternvertretungen zustande gekommen. Finanzielle Unterstützung erfuhren die Kursteilnehmer durch den Freundeskreis der Karl-Bühler-Schule. Die Kinder waren vom Anfang bis zum Ende begeistert bei der Sache und alle Situationen, die geübt und angesprochen wurden, waren ihnen einleuchtend. Das ständige Wiederholen der Grundregeln zeigte schon nach kurzer Zeit Wirkung. Selbstbewusst und ohne zu reagieren gingen sie weiter, als sie aus dem Auto heraus angesprochen wurden. „Spricht mich jemand an, geh ich immer weiter dann!“ heißt dann auch der Merksatz, den die Kinder sich merken werden. Ebenso bewusst gemacht wurde den Schülern, dass Menschen mit bösen Absichten nicht immer Männer mit grimmigem Gesicht und schwarzen Lederjacken sind. Wichtig war Herrn Mörixbauer, den Kindern keine Angst zu machen, sondern ihnen bestimmte Gefahrensituationen vor Augen zu führen. Wichtig sei auch zwischen „guter Angst“, mit der man in Gefahrensituationen richtig handelt und z.B. wegrennt, und „schlechter Angst“ zu unterscheiden, bei der man vor Schreck wie versteinert und handlungsunfähig ist. Angst ist ganz wichtig, um in bestimmten Situationen tatsächlich eine mögliche Gefahr richtig einschätzen zu können.

Im SESISTA-Kurs lernten die Schülerinnen und die Schüler der Karl-Bühler-Schule „Gute Angst“ zu haben, um in entsprechenden Situationen selbstbewusst und mutig zu handeln, bzw. überhaupt zu handeln.